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Das Morgenstern Trio beim Konzert Junger Künstler
Wenn von Klaviertrios die Rede ist, dann immer gern auch von einem angeblichen Problem des dynamischen Ungleichgewichts zwischen dem Klavier einerseits und den beiden Streichinstrumenten andererseits. Wenn man allerdings die Kunst des Klaviertriospiels so phänomenal beherrscht wie das Morgenstern Trio - Nina Reddig (Violine), Emanuel Wehse (Violoncello) und Catherine Klipfel (Klavier) - ist das kein Thema. Diese Namen muss man sich merken, Schließlich gewann das Morgenstern Trio bereits hochkarätige Auszeichnungen. Ein zweiter Preis und der Publikumspreis beim Internationalen ARD-Wettbewerb sprechen für sich. Auch das Publikum im voll besetzten kleinen NDR-Sendesaal reagierte geradezu euphorisch bei diesem 473. Konzert Junger Künstler. Da kommt auf die etablierte Kamermusikbranche ein Ensemble zu, das unverbraucht ist und sensationell auftrumpft. Die Töne, die Themen, eigentlich alles, was die drei spielen, pulsiert nur so vor musikalischem Mitteilungsbedürfnis. An den Nuancen in Beethovens "Geistertrio" konnte man sich nicht satthören. Bei Andrey Komanetzkys "Affinity to movement" drehte das Trio raffiniert am Schwungrad einer nie versiegenden Bewegung. Hohe Kunst impressionistischer Klanggestaltung.
Günther Helms, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 17. 5. 2008

Morgenstern Trio begeisterte im Bonner Beethovenhaus
Von hoher Spiel- und Klangintensität
Bonn. Erst Anfang 2005 gründete sich das Morgenstern Trio - mit Catherine Klipfel (Klavier), Nina Reddig (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello) - und es kann bereits eine vielversprechende Karriere vorweisen mit bedeutenden Preisen, zuletzt den 2. Preis sowie den Publikumspreis beim renommierten ARD-Wettbewerb. Im Rahmen der Reihe "Best of NRW" stellte sich das junge Klaviertrio jetzt auch im Kammermusiksaal des Beethovenhauses dem Bonner Publikum vor. Und dieses Publikum war zu Recht von Anfang an beeindruckt und begeistert. Denn was man hier erleben konnte an künstlerisch-gestalterischer und spieltechnischer Reife, an Klang- und Ausdrucksintensität sowie jugendfrischem Elan, das war den reichen Applaus und immer wieder auch Bravo-Rufe wert.
Die Homogenität der Auffassung und die klangliche, vom Klavier besonders sorgsam beobachtete Balance untereinander ließ keine Wünsche offen. Das nur zweisätzige Es-Dur-Trio Hob. XV:10 von Joseph Haydn eröffnete den Abend. Figurativ deutlich im Vordergrund stehend, gab das Klavier den feingliedrig-lockeren ebenso musikantischen wie differenzierten Spielgestus vor, und man demonstrierte einen Haydn, wie er sein sollte.
Schönste Klang-Emphasen, Pathos auch und Gesänge gewissermaßen aus voller Brust (im 1. Satz, im Scherzo-Trio, im Finale), aber immer wieder auch fast geheimnisvolle Verhaltenheit und eine choralartige Ruhe und verinnerlichte Feierlichkeit (im Adagio), das alles vereint in sich Johannes Brahms' herrliches H-Dur-Trio op. 8. Und ganz genauso wurde es auch realisiert. Hoch engagiert und mit unverstellter Klangsinnlichkeit und Expressivität, romantisch im besten Sinne.
Starkes Espressivo, dann aber auch und reich abschattierte Klanggebungen (viel Flageolette) und nicht zuletzt harte Ostinati und unerbittliche Markanzen bei der Darstellung des großartigen e-Moll-Trios op. 67 von Dmitri Schostakowitsch. Die choralnahe Schwere und Traurigkeit des Largo und der an- und abschwellende Schreittanz-Charakter des enorm prägnanten, auf einer jüdischen Thematik beruhenden Finales bleiben hier besonders eindringlich in Erinnerung.
Das Publikum reagierte zunächst wie gebannt auf diesen Schlusssatz, der durch die Momente eines Totentanzes besonders erschüttert. Dennoch folgten danach noch als Zugaben ein wunderbar melodiöser, cellobetonter Dvorak- und ein reizend lebendig pulsierender Haydn-Satz. Barbara Kaempfert-Weitbrecht, General-Anzeiger Bonn, 11. März 2008

"Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ zweifelsohne das grandiose Morgenstern-Trio mit Catherine Klipfel, Klavier, Nina Reddig, Violine und Emanuel Wehse, Violoncello. Johannes Brahms zweites Trio in C-Dur spielte man leidenschaftlich intensiv und mit kultivierter Raffinesse, das Scherzo war ein Musterbeispiel an perlender Leichtigkeit."
General Anzeiger Bonn

"Es spricht für ein in kürzester Zeit nachhaltig gereiftes Musizieren, wie hier die gewissermaßen im Verborgenen wirkenden Kräfte der Musik freigelegt wurden, das, was nicht in den Noten steht.(...)hinreißend(...)"
Westdeutsche Allgemeine Zeitung

"Catherine Klipfel (Klavier), Nina Reddig (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello) sind bereits wahre Musiker, die sich nicht mit Spieltechnik oder dergleichen herumschlagen müssen, sich ganz der Interpretation widmen können, zudem wunderbar aufeinander eingespielt sind. Intonation und Phrasierung sind vorbildlich, auch die Idee von den jeweiligen Kompositionen erscheint glasklar ausgeprägt"
Rheinische Post